mittwald Agenturbeirat 2026: KI, Automatisierung und GEO – was das für dein Unternehmen heißt
Kurz zusammengefasst: Vom 22. bis 24. Oktober 2026 war ich wieder beim mittwald Agenturbeirat auf Schloss Benkhausen in Espelkamp – erst im Beirat, dann beim Barcamp. Drei Erkenntnisse: Das Web wächst so schnell wie lange nicht, im Internet kommt erstmals mehr als die Hälfte der Zugriffe von Maschinen statt von Menschen, und KI-Automatisierung ist kein Experiment mehr, sondern im Arbeitsalltag angekommen. Für dein Unternehmen heißt das: Deine Website muss für Menschen und für KI funktionieren, und wiederkehrende Abläufe lassen sich automatisieren.
Seit vielen Jahren gehöre ich zum Agenturbeirat von mittwald, dem Hosting-Anbieter aus Espelkamp, auf dessen Servern ich die Projekte meiner Kunden betreibe. Der Beirat ist ein Kreis aus Agenturen und Freelancern, die mittwald aus der Praxis sagen, was funktioniert, was fehlt und wohin die Reise gehen sollte. Für mich ist er jedes Jahr ein Frühwarnsystem: Vieles, was dort diskutiert wird, kommt ein, zwei Jahre später bei meinen Kunden an. Zum Nachlesen: mein Rückblick auf 2025 und auf das 9. Beiratstreffen.
Tag 1: Agenturbeirat – ein Kompass statt eines festen Fahrplans
Der erste Tag gehörte dem Beirat. mittwald stellte gleich zu Beginn klar: Was wir sehen, ist ein Kompass, kein fester Fahrplan. Es geht um die Richtung der nächsten Jahre, nicht um Funktionen für die nächsten Wochen – und unsere Aufgabe war, diese Richtung aus Sicht der Agenturen zu schärfen.
Radar: Das Web wächst – durch Maschinen
Zum Auftakt gab es Zahlen, und die haben es in sich:
- Das Web wächst so schnell wie lange nicht: Im Juli 2026 waren weltweit rund 305 Millionen Internetadressen mit einer erreichbaren Website online. Zwischen Oktober 2025 und Juli 2026 kamen fast 18 Millionen dazu – mehr als im ganzen Jahr davor.
- .de wächst wieder: Ende September 2026 gab es rund 18,3 Millionen Internetadressen mit der Endung .de – 3,6 % mehr als ein Jahr zuvor und das stärkste Plus seit 2012. Im Jahr davor war die Zahl noch gesunken.
- Mehr als die Hälfte ist nicht menschlich: Über den Dienstleister Cloudflare laufen sehr viele Websites weltweit, er sieht deshalb einen großen Teil des Internetverkehrs. Dort hat sich die Zahl der Zugriffe seit Ende 2024 fast verdoppelt, und 2026 kommt erstmals mehr als die Hälfte davon nicht von Menschen, sondern von Programmen. Von KI-Agenten kommen heute mehr als 18-mal so viele Zugriffe wie vor einem Jahr. Und mehr als die Hälfte der Zugriffe durch Crawler (Programme, die Websites automatisch auslesen) dient inzwischen dem Training von KI – vor einem Jahr war es gut ein Fünftel.
- Weniger Menschen auf den Seiten: In Branchen, deren Websites besonders oft von solchen Programmen ausgelesen werden, etwa Handel und Software, kamen laut Cloudflare innerhalb eines Jahres bis zu 40 % weniger echte Besucher.
Für dich heißt das: Deine Website wird nicht mehr nur von Menschen gelesen, sondern immer öfter von Programmen, die daraus Antworten für ChatGPT und Co. zusammenstellen.
Besonders spannend fand ich eine Auswertung zu neuen .de-Adressen: Im Januar 2026 lief auf 56 % der neuen Websites ein Redaktionssystem (CMS) wie WordPress, im Oktober nur noch auf 29 %. Einfache HTML-Seiten ohne Redaktionssystem (statische Seiten) stiegen im selben Zeitraum von 26 % auf 55 %.
Kurs setzen und Hosting neu gedacht
Zwei Gesprächsrunden drehten sich um die Zukunft des Hostings, also um den Betrieb von Websites auf Servern: Was kommt, was brauchen Agenturen – und was muss ein Hoster dafür liefern? Die Inhalte bleiben im Beirat – genau dafür ist er da: Unsere Erfahrungen aus der Praxis fließen in die Planung ein, bevor etwas fertig ist.
Für mich ist Hosting kein Nebenthema. Ich betreue Websites, Onlineshops und eigene Anwendungen – von WordPress über die Shopsysteme Shopware und Magento bis zu n8n und KI-Anwendungen. Dazu gehören technische Updates, Umzüge auf neue Server, Hilfe nach Hackerangriffen und schnellere Ladezeiten. Hinzu kommen eigene Entwicklungen wie die KI-Web-App Deep Scan Shield oder ein Rufnummer-Check für unbekannte Anrufer. Gerade Onlineshops und Web-Apps zeigen schnell, ob die Technik dahinter trägt. Warum ich KI-Anwendungen in Deutschland betreibe, steht in diesem Beitrag zum DSGVO-konformen KI-Hosting.
Tag 2: Barcamp – GEO statt nur SEO
Am zweiten Tag folgte das Barcamp, bei dem die Teilnehmenden die Themen selbst setzen. Für mich war der Vortrag zur Optimierung für KI-Suchmaschinen der wichtigste Programmpunkt – ein Thema, mit dem ich mich seit Monaten intensiv beschäftige.
GEO steht für Generative Engine Optimization: dafür sorgen, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity, Copilot oder die KI-Übersichten von Google ein Unternehmen kennen, richtig beschreiben und empfehlen.
Auf meiner eigenen Website habe ich das umgesetzt: strukturierte Daten auf allen Seiten, Vorschaubilder für jede Seite und aussagekräftige Beschreibungen für alle Bilder. Das Wichtigste bleibt aber der sichtbare Text: Was eine KI über dein Unternehmen sagen soll, muss auf der Seite stehen.
Was ich aus Espelkamp mitnehme – und was es für dich heißt
- Deine Website hat zwei Arten von Besuchern: Menschen und Maschinen.
- Automatisiere zuerst, was jeden Tag Zeit frisst: E-Mails, Anfragen, Rechnungen, Terminabsprachen.
- KI ja – aber mit Leitplanken: klare Aufgaben, eine Übergabe an Menschen und Datenschutz von Anfang an.
- Plane Technik und Hosting mit: Redaktionssystem, einfache HTML-Seite oder eigene Web-App – die richtige Wahl hängt davon ab, wer die Seite pflegt und wie sie wachsen soll.
Kurz erklärt
Agenturbeirat: Kreis von Agenturen und Freelancern, der mittwald bei der Weiterentwicklung seiner Angebote berät.
Barcamp: Konferenz ohne festes Programm – die Teilnehmenden schlagen Themen vor und gestalten die Gesprächsrunden selbst.
Hosting: Betrieb einer Website auf einem Server, damit sie rund um die Uhr erreichbar, schnell und sicher ist.
Cloudflare: US-Dienstleister, über den sehr viele Websites ausgeliefert und vor Angriffen geschützt werden. Deshalb sieht Cloudflare einen großen Teil des weltweiten Internetverkehrs.
Crawler: Programm, das automatisch Websites besucht und ihren Inhalt einsammelt – für Suchmaschinen wie Google oder zum Trainieren von KI.
KI-Agent: KI-Programm, das selbstständig Aufgaben erledigt, etwa Websites besucht, Informationen sammelt oder Formulare ausfüllt.
SEO (Suchmaschinenoptimierung): Maßnahmen, damit eine Website bei Google und anderen Suchmaschinen gut gefunden wird.
GEO (Generative Engine Optimization): Optimierung dafür, dass KI-Systeme wie ChatGPT ein Unternehmen finden, verstehen und empfehlen.
Strukturierte Daten: unsichtbare Zusatzangaben im Quelltext einer Seite, die Suchmaschinen und KI erklären, wer hinter der Seite steht und worum es geht.
n8n: Werkzeug zur Automatisierung von Arbeitsabläufen, das sich auf eigenen Servern betreiben lässt – wichtig für den Datenschutz.
CMS (Redaktionssystem): Content-Management-System wie WordPress, mit dem sich Inhalte ohne Programmierkenntnisse pflegen lassen.
Statische Website: Seite aus fertigem Code (HTML) ohne Datenbank und ohne Redaktionssystem – schnell und sicher, aber aufwendiger zu ändern.
llms.txt: Textdatei, die KI-Systemen den Inhalt einer Website zusammenfasst.
Häufige Fragen (FAQ)
Immer mehr Menschen fragen ChatGPT, Perplexity oder die KI von Google, statt klassisch zu suchen. GEO sorgt dafür, dass dein Unternehmen dort richtig beschrieben und empfohlen wird.
Sie schadet nicht, bringt aber allein wenig. Google selbst braucht sie für die eigene Suche nicht. Wichtiger ist, dass alle zentralen Inhalte als lesbarer Text auf deiner Website stehen.
n8n verbindet deine Programme und erledigt wiederkehrende Aufgaben automatisch: E-Mails sortieren, Anfragen beantworten, Rechnungen buchen, Daten zwischen Shop, Kundenverwaltung und Buchhaltung abgleichen. Weil n8n auf Servern in Deutschland laufen kann statt in einer US-Cloud, behältst du die Kontrolle über deine Daten – DSGVO-konform.
Ja, wenn Inhalte regelmäßig gepflegt werden oder ein Shop dazugehört. Für kleine, selten geänderte Auftritte kann eine statische Seite schneller, günstiger und sicherer sein. Entscheidend ist, wer die Seite pflegt und wie sie wachsen soll.
Über mich: Thomas Löbel – The Web Designer
Ich baue seit 2008 Websites und Onlineshops und betreibe sie auf Servern in Deutschland – von WordPress über Shopware bis Magento/OpenMage. Ich passe sie an, optimiere sie und entwickle eigene Web-Apps. Heute liegt mein Schwerpunkt auf KI-Systemen und Automatisierung mit n8n: Abläufe, die sich selbst erledigen, datenschutzkonform und auf eigenen Servern betrieben. Ich berate Unternehmen dazu, wo KI heute sinnvoll ist und worauf sie sich in den nächsten Jahren einstellen sollten. Seit vielen Jahren bin ich Mitglied im mittwald Agenturbeirat. Sitz: Rosenthal-Bielatal in der Sächsischen Schweiz, Kunden in Dresden, Pirna und bundesweit.
Schwerpunkte: n8n-Automatisierung · KI-Systeme und KI-Agenten · KI-Sichtbarkeit (GEO) und SEO · Websites und Onlineshops (WordPress, Shopware, Magento) · Hosting und Betrieb · eigene Web-Apps · KI-Beratung
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